Offiziell dokumentierter Realfall mit praxisnaher Bow-Tie-Vollausarbeitung: 10 Bedrohungen und präventive Barrieren, 8 Folgen und reaktive Barrieren, 6 Eskalationsfaktoren, 8 Sicherungen, 20 abgeleitete Maßnahmen inkl. Rollen und Wirksamkeitsnachweis. Umsetzungsvorschläge klar als hypothetisch gekennzeichnet.
Bow-Tie AI · Tool
Öffentliches Beispiel · schreibgeschützt
Bow-Tie-
Analyseblatt
Top-Event (Kontrollverlust): Infusionspumpe gibt wegen Software-/Alarmfehler keine vorgesehene Infusionsmenge ab oder stoppt unbemerkt die Therapie.
Beeinträchtigung / Schaden: Mögliche Unterdosierung, verzögerter Therapiebeginn, unerkannter Infusionsstopp oder lebensbedrohliche Beeinträchtigung bei Hochrisikomedikation. FDA beschreibt Risiko, nicht pauschal eingetretene Todesfälle.
Datum / Revision: 2026-10-25
Umfang: 10 Bedrohungen · 10+8 Barrieren · 8 Konsequenzen
Bow-Tie-Diagramm

Eskalationsfaktoren – was schwächt eine Barriere?
| Eskalationsfaktor | Eskalationsfaktor-Barriere | Seite |
|---|---|---|
| E1 | Unkritisches Routine-Override wird zur Normalpraxis | Override-/Abweichungstrends überwachen | links (präventiv) |
| E2 | Softwarealarm oder Prüfung wird im Alltag übergangen | Gezielte Bedien- und Alarm-Challenge-Tests | links (präventiv) |
| E3 | Knappe Zeit und parallele Aufgaben verkürzen Kontrollschritte | Personal- und Eskalationsregel für kritische Arbeitssituationen | links (präventiv) |
| E4 | Warnung erreicht zuständige Rolle zu spät | Direktalarmkette im realistischen Szenario messen | rechts (reaktiv) |
| E5 | Patientenzustand verschlechtert sich ohne unabhängige Beobachtung | Überwachungsplan mit verbindlichem Frühwarnkriterium | rechts (reaktiv) |
| E6 | Gleicher Fehler betrifft zusätzliche Fälle | UDI-/Medikationssystem-weite CAPA-Nachverfolgung | rechts (reaktiv) |
Bow-Tie · Maßnahmen und Abschluss
Abgeleitete Maßnahmen zur Barrieren-Verbesserung
| Maßnahme | Kategorie | Verantwortlich | Termin | Status |
|---|---|---|---|---|
| M01 | Fehlerzustand reproduzieren, sichere Bedienbarkeit und Ersatzpumpenwechsel mit Testmatrix validieren; adressiert B1: Softwarefehlercode 255-XX-XXX blockiert Anpassung der Pumpeneinstellungen. | Vorbeugende Maßnahme | Entwicklung Software | Vorgeschlagen | |
| M02 | Infusionsmodus und KVO-Anforderung vor Freigabe eindeutig konfigurieren und softwareseitig sperren; adressiert B2: Delay-Option verhindert erforderliche KVO-Funktion. | Vorbeugende Maßnahme | Produktmanagement Software | Vorgeschlagen | |
| M03 | Akku-/Alarmkette mit realistischen Entladeprofilen in Verifikation und Feldkontrolle testen; adressiert B3: Low-Battery-Alarm wird nicht ausgelöst und Therapie stoppt. | Vorbeugende Maßnahme | Elektronikentwicklung | Vorgeschlagen | |
| M04 | Alarmprioritäten nach klinischer Gefährdung evaluieren, Human-Factors-Test am Stationsarbeitsplatz; adressiert B4: End-of-Infusion-/KVO-Alarm besitzt zu niedrige Priorität. | Vorbeugende Maßnahme | Clinical Engineering | Vorgeschlagen | |
| M05 | Drug-Library-Eingabe mit Grenzprüfung, Vier-Augen-Prinzip und Änderungsfreigabe absichern; adressiert B5: Kundenspezifische Konzentration weicht von ärztlicher Verordnung ab. | Vorbeugende Maßnahme | Medikationsinformatik | Vorgeschlagen | |
| M06 | Gerätebestand über UDI/Seriennummer und Softwareversion mit Rückrufliste abgleichen; adressiert B6: Pumpe wird trotz bekannter betroffener Firmwareversion eingesetzt. | Vorbeugende Maßnahme | Medizintechnikleitung | Vorgeschlagen | |
| M07 | Alarmkommunikation und praktische Einweisung mit realen Therapieabbruchszenarien trainieren; adressiert B7: Personal interpretiert falsche Alarmpriorität als weniger kritisch. | Vorbeugende Maßnahme | Pflegedienstleitung | Vorgeschlagen | |
| M08 | Akku-Restlaufzeit und Reservebetrieb vor patientenkritischem Transport testen; adressiert B8: Stromversorgung wird ohne ausreichende Restlaufzeitanzeige getrennt. | Vorbeugende Maßnahme | Biomedizinische Technik | Vorgeschlagen | |
| M09 | Regressionsprüfung vor Rollout mit repräsentativer Drug Library und Infusionsprotokollen; adressiert B9: Softwareupdate verursacht unerwartete Wechselwirkung mit lokalen Konfigurationen. | Vorbeugende Maßnahme | Qualitätssicherung Software | Vorgeschlagen | |
| M10 | Patientenbezogene Überwachung und unabhängige Therapieplausibilisierung definieren; adressiert B10: Therapieunterbrechung bleibt mangels unabhängiger Beobachtung unentdeckt. | Vorbeugende Maßnahme | Klinische Risikoleitung | Vorgeschlagen | |
| M11 | Ersatzpumpe mit dokumentiertem Umschaltverfahren bereitstellen, zur Beherrschung K1: Therapie beginnt verzögert oder wird unterbrochen. | Schadensbegrenzung | Klinisches Risikomanagement | Vorgeschlagen | |
| M12 | Patientenzustand und Infusionsfortschritt gegen Therapieplan überwachen, zur Beherrschung K2: Vorgeschriebene Medikamentendosis wird unterschritten. | Schadensbegrenzung | Klinisches Risikomanagement | Vorgeschlagen | |
| M13 | Dose-Error-Reduction und klinisches Eskalationsschema anwenden, zur Beherrschung K3: Medikament wird unbeabsichtigt überdosiert. | Schadensbegrenzung | Klinisches Risikomanagement | Vorgeschlagen | |
| M14 | Alarmierung, ärztliche Bewertung und geeignetes Notfallmanagement vorhalten, zur Beherrschung K4: Kritisch kranker Patient dekompensiert während Therapieunterbrechung. | Schadensbegrenzung | Klinisches Risikomanagement | Vorgeschlagen | |
| M15 | Override-/Abweichungstrends überwachen; gegen E1 | Unkritisches Routine-Override wird zur Normalpraxis. | Sicherungsmaßnahme | Qualitäts- und Patientensicherheitsleitung | Vorgeschlagen | |
| M16 | Gezielte Bedien- und Alarm-Challenge-Tests; gegen E2 | Softwarealarm oder Prüfung wird im Alltag übergangen. | Sicherungsmaßnahme | Qualitäts- und Patientensicherheitsleitung | Vorgeschlagen | |
| M17 | Personal- und Eskalationsregel für kritische Arbeitssituationen; gegen E3 | Knappe Zeit und parallele Aufgaben verkürzen Kontrollschritte. | Sicherungsmaßnahme | Qualitäts- und Patientensicherheitsleitung | Vorgeschlagen | |
| M18 | Direktalarmkette im realistischen Szenario messen; gegen E4 | Warnung erreicht zuständige Rolle zu spät. | Sicherungsmaßnahme | Qualitäts- und Patientensicherheitsleitung | Vorgeschlagen | |
| M19 | Überwachungsplan mit verbindlichem Frühwarnkriterium; gegen E5 | Patientenzustand verschlechtert sich ohne unabhängige Beobachtung. | Sicherungsmaßnahme | Qualitäts- und Patientensicherheitsleitung | Vorgeschlagen | |
| M20 | UDI-/Medikationssystem-weite CAPA-Nachverfolgung; gegen E6 | Gleicher Fehler betrifft zusätzliche Fälle. | Sicherungsmaßnahme | Qualitäts- und Patientensicherheitsleitung | Vorgeschlagen |
